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EKHN-Kirchenpräsident
Prof. Dr. Peter Steinacker hielt die Predigt während
des Festgottesdienstes |
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Die Gemeinde Biedenkopf ist der Ausgangspunkt,
von dem aus die Wanderausstellung „Mit dem Glauben
Staat machen“ über Philipp den Großmütigen
ihren Weg durch Hessen nimmt. Mit einem Festgottesdienst
begann in der Biedenkopfer Stadtkirche am 21. März 2004
die feierliche Eröffnung der Ausstellung. Die Predigt
hielt Prof. Dr. Peter Steinacker, Kirchenpräsident der
EKHN.
Niemand soll wegen seines Glaubens getötet werden
Er würdigte Philipp den Großmütigen
als einen Mann, der das Wort Gottes lebte, wenngleich er
sich auch in Schuld verstrickte. Sein tiefer und zukunftsweisender
Glaube zeigte sich unter anderem im Umgang mit den Wiedertäufern,
einer Gruppe, die sich von der protestantischen Bewegung
Luthers und Zwinglis abgespalten hatte. Philipp hatte sich
geweigert, die Mitglieder der Täufer hinrichten zu lassen,
obwohl dies der Reformator Martin Luther, aber auch einige
Bibelstellen forderten. Mit seiner Entscheidung zeigte der
hessische Landgraf, dass nach dem Kreuzestod Jesu niemand
mehr wegen seiner Sünden in Glaubensdingen hingerichtet
werden solle: Jesus sei für alle Zeit für die Sünden
der Menschen gestorben.
Antworten aus der Vergangenheit als Impulse für
die Zukunft
Nach dem Gottesdienst ließ sich der Kirchenpräsident
die Wanderausstellung von Dr. Dirk Richhardt, Geschäftsführer
des evangelischen Philipps-Jahres 2004 im Landgrafenschloss
zeigen. Die Ausstellung veranschaulicht die wegweisenden
Ideen Philipps, welche Grundlage für viele moderne
Entwicklungen sind. „Der Gedanke, dass Bildung ein
Schwerpunkt der Politik ist, die Gründung der Universität
Marburg, der Konfirmandenunterricht und regelmäßige
Steuereinnahmen sind alles Formen, die auf Philipp zurückgehen“,
erklärte Richhardt.
Steinacker betonte, dass gerade Jubiläen, wie der
500. Geburtstag Philipp des Großmütigen, ein
guter Anlass seien, sich mit geschichtlichen Themen zu
beschäftigen. Dies sei besonders wichtig, da der Mensch
seine Zukunft nur dann weitgehend sinnvoll gestalten könne,
wenn er aus der Vergangenheit lerne. Richhardt wies in
diesem Zusammenhang darauf hin, dass es aus heutiger Sicht
spannend sei, den Fragen und die Antworten der damaligen
Zeit aufzuspüren – und zu sehen, welche Fragen
die Gesellschaft sich heute stelle. Die Vergangenheit könne
hier wertvolle Impulse geben.
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