Württemberg wird lutherisch

Herzog Ulrich wird vertrieben
Philipps Erfolg


Dass sich auch in Württemberg die Reformation durchsetzte, ist weitgehend Landgraf Philipp von Hessen zu verdanken. Er sorgte dafür, dass der vertriebene und zum lutherischen Glauben übergetretene Herzog Ulrich von Württemberg in sein Land zurückkehren konnte. Dort führte Ulrich ab 1534 die Reformation ein.


Herzog Ulrich wird vertrieben

Herzog Ulrich war ein Freund Philipps, der sich jedoch schon nach kurzer Regierungszeit in Württemberg in große Schwierigkeiten brachte. 1487 geboren und schon mit 16 Jahren für mündig erklärt, regierte er Württemberg zunächst von 1503 bis 1519. Sein maßloser Lebenswandel und ein geplanter Kriegszug gegen Burgund ließen seine Schulden anwachsen, so dass er 1513 neue Verbrauchssteuern erhob. Die trafen vor allem die arme Bevölkerung, die Bauern. Sie bildeten geheime Bünde und erhoben sich 1514 gegen den Herzog. Doch Ulrich konnte die Aufstände niedergeschlagen. Dennoch blieb es bei seiner Misswirtschaft. Als er seinen Stallmeister Hans von Hutten ermorden ließ und 1519 die Reichsstadt Reutlingen widerrechtlich einnahm, wurde Ulrich vom Schwäbischen Bund vertrieben. 1488 hatten sich schwäbische Stände in diesem Bund zusammengeschlossen, um den von Kaiser Friedrich III. gebotenen Landfrieden in Schwaben aufrecht zu erhalten. Das Herzogtum wurde Ulrich aberkannt und dem Bruder des Kaisers, Ferdinand von Habsburg, als Lehen gegeben.

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Philipps Erfolg

Im Schweizer Exil wendete sich Ulrich dem evangelischen Glauben zu. 1526 nahm ihn Philipp von Hessen als Flüchtling auf und gewährte ihm Unterschlupf. Der Landgraf hatte bereits in seinen Gebieten die Reformation weiter vorangetrieben und 1531 gemeinsam mit anderen evangelischen Fürsten und Städten den Schmalkaldischen Bund zur Verteidigung gegen die Altgläubigen gegründet. 1534 entschied sich der Landgraf, das Herzogtum Württemberg für seinen Freund Ulrich und für die evangelische Sache zurückzugewinnen. Mit Hilfe von Straßburg und Frankreich unternahm er einen Feldzug nach Württemberg und siegte. Ferdinand verzichtete im Frieden von Kaaden an der Eger auf das Herzogtum und Ulrich kehrte nach Württemberg zurück. Dort erhielt er auch seine Herzogswürde wieder und führte dann in seinem Land die Reformation ein. Im Gegenzug erkannten die gegnerischen Fürsten die Wahl Ferdinands zum König an und sicherten ihm wirksame Hilfe gegen die militärische Bedrohung durch die Türken zu. Ulrich musste allerdings dem Kaiser versprechen, in seinem Lande die Lehre Zwinglis nicht zuzulassen. Seither ist Württemberg lutherisch.

Mit dem Erfolg im Württembergfeldzug wurde Landgraf Philipp als Held der protestantischen Sache in Wort und Bild gefeiert. Er selbst veranstaltete im Juli 1535 zu Ehren dieses Sieges ein großes Turnier in seiner Hauptstadt Kassel, zu dem viele hochrangige Fürsten und Adelige aus dem protestantischen Lager erschienen.

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