Zuckerbrot und Peitsche
für aufständische Bauern

Ursachen des Bauernkrieges
Bauernaufstände erreichen Hessen


Bild: Thomas Müntzer
Thomas Müntzer feuerte den Bauernaufstand an. Für ihn war es der "Wille Gottes", die Herrschaftsordnung zu stürzen und durch eine christliche Gemeinschaft zu ersetzten.
 

Im Bauernkrieg zeigte Landgraf Philipp von Hessen, wie er sich von anderen Landesherren unterschied: Er beteiligte sich nicht an der gnadenlosen Vernichtung der geschlagenen Bauern und verbot seinen Truppen Ausschreitungen.

Zuvor war er im Mai 1525 seinen fürstlichen Standesgenossen zur Hilfe geeilt. Seine Truppen halfen in Thüringen den Mühlhäuser Haufen bei Frankenhausen am Kyffhäuser niederzuschlagen. Etwa fünftausend Bauern starben, sechs Tote verzeichnete das Landsknechtsheer des hohen Adels. Die Fürsten hielten ein hartes Strafgericht. Die Anführer des Aufstandes, darunter Thomas Müntzer und Heinrich Pfeiffer, wurden hingerichtet und die beteiligten Dörfer und Städte zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Einigen flüchtigen Bauernführern gewährte Philipp der Großmütige im Gegensatz zu anderen Fürsten Asyl in Hessen. Er sendete Kommissionen durch das Land, welche die Beschwerden der Bauern aufnahmen und Ungerechtigkeiten gegenüber den Bauern verhindern sollten.

Besonders die Klöster und Geistlichen belasteten die Bauern. Sie mussten auf den Klosterhöfen Frondienste leisten. Für viele kleine Handwerker waren die Klöster und deren Produktionen eine ernsthafte Konkurrenz. Da der Landgraf sich ein Jahr zuvor dem evangelischen Glauben angeschlossen hatte, plante er die kirchlichen Güter und Pfarrstellen unter seine Verwaltung zu stellen.


Ursachen des Bauernkrieges

Von den neuen evangelischen Predigern hatten die Bauern von Luthers Schrift "Freiheit eines Christenmenschen" gehört. Aus dieser Schrift und der Bibel entwickelten sie Forderungen, die sie in den zwölf Artikeln der Bauernschaft festhielten. Danach sollten die Abgaben des Frondienstes eingeschränkt werden und in kirchlichen Angelegenheiten forderten sie Mitbestimmung. Darüber hinaus setzten sie sich dafür ein, dass das "gute, alte Recht" wieder eingeführt werde. Diese Forderungen empfanden viele als gerechtfertigt, vor allem da sich die Bauern im 12. Artikel bereit erklärten, sich ihre Pflichten und Rechte aus der Bibel begründen zu lassen.

Schon um 1450 hatten sich die Bauern zu Bünden, wie dem "armen Konrad" oder dem "Bundschuh" zusammengeschlossen, um sich gegen die Grundherren zur Wehr zu setzen. Die neuen Gedanken der Reformatoren gaben ihrem Anliegen neuen Antrieb. Sie vertraten die Ansicht, dass die Heilige Schrift ihre Forderungen bestätigte. Die meisten Fürsten und Grundherren kamen ihren Wünschen jedoch nicht nach oder verstanden sich nicht. So überfielen die enttäuschten Bauern Burgen und Klöster.

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Bauernaufstände erreichen Hessen

Im März 1525 griffen die Aufstände von Süddeutschland nach Hessen über. Dort entstanden allerdings nur in wenigen Städten und in der Region um Darmstadt Unruhen, die bald wieder in sich zusammenfielen.
In den benachbarten Regionen schlossen sich die Bürger aus dem Gebiet der Reichsabteien Fulda und Hersfeld den Aufständischen an. In den Reichsstädten Frankfurt, Friedberg und Wetzlar entfachten die Zünfte, die organisierten Verbände der Handwerker, neue Aufstände. Diese richteten sich vor allem gegen die Geistlichen und Klöster.

Landgraf Philipp setzte seine militärische Macht gegen die Aufständischen in Hersfeld und Fulda ein und besetzte beide Städte. Zuvor war jedes Gespräch mit den Bauern gescheitert. In Fulda hielt er ein gemäßigtes Strafgericht ab und ließ die Beschwerden der Bauern aufschreiben. Allerdings konnte er Fulda nicht für Hessen und die Reformation gewinnen. Erfolg war ihm auf lange Sicht in Hersfeld beschert, denn hier setzte er das evangelische Bekenntnis auf Dauer durch.

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