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Europäische Perspektive
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Kaiser
Karl V. herrschte über viele Gebiete außerhalb
des Deutschen Reiches, wie die Niederlande und Burgund, Teile
von Spanien und Italien sowie die spanischen Ländereien
in Amerika |
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In der Zeit der Reformation gab es auf Grund der komplizierten
Machtverhältnisse und Herrschaftshierarchien im Deutschen
Reich kaum eine politische Fragestellung, die auf das Reich beschränkt
war. Kaiser Karl V. aus dem Hause Habsburg herrschte über
viele Gebiete außerhalb des Deutschen Reiches, wie die
Niederlande, Burgund, Kastilien, Aragón, Navarra, Granada,
Neapel, Sizilien, Sardinien und die spanischen Ländereien
in Amerika. Als 1519 sein Großvater Maximilian I. starb,
erbte Karl auch die Ländereien Habsburgs in Österreich.
Weil das Reich des Kaisers so groß war, sprach man davon,
dass die Sonne dort niemals untergehe.
Verbündete in Europa
Karls politische Kontrahenten, zu denen
auch Landgraf Philipp seit seinem Bekenntnis zur protestantischen
Lehre im Jahre
1524 zählte, suchten sich aufgrund der mächtigen
Position des Kaisers Verbündete in ganz Europa. Zu Philipps
Zielvorstellungen gehörte ein Bündnis der evangelischen
Stände mit den Schweizer Städten und Kantonen. Darüber
hinaus strebte er eine Allianz mit den norddeutschen Ländern,
Venedig und den anderen norditalienischen Stadtrepubliken an,
die schon seit langem mit Habsburg und dem Papst in Rom verfeindet
waren.
Auch wenn diese Achse des Widerstands von der Nordsee bis zum
Mittelmeer in dieser Weise nie zu Stande kam, vermitteln die
Bemühungen um diese Bündnisfront die Dimension der
politischen Auseinandersetzung bei der Durchsetzung der Reformation.
Unterstützung erfuhren die protestantischen Kräfte,
die sich 1531 im Schmalkaldischen Bund organisiert hatten, vor
allem von König Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII.
von England. Im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 mussten sich
die Protestanten der militärischen Überlegenheit des
Kaisers mit seinen italienischen und niederländisch-spanischen
Truppen geschlagen geben. |