Erste Universität in Hessen


Universitätsgründung in Marburg
Vorteile einer eigenen evangelischen Hochschule
Universität wurde nach dem Gründer benannt


Bild: Universitätsgebäude
Das Universitäts-gebäude in Marburg von 1605 war das ehem. Franziskaner-
kloster, das der Universität überlassen wurde.
 

Die erste Universität im deutschsprachigen Raum wurde bereits 1348 in Prag gegründet. Es folgten weitere Universitäten unter anderem in Heidelberg, Tübingen, Erfurt und Wittenberg. Die neuen Hochschulen wurden meist zu Prestigeobjekten der jeweiligen Landesfürsten. Allerdings war der Unterhalt einer Universität teuer. Das Personal musste bezahlt, die meist repräsentativen Gebäudetrakte errichtet und eingerichtet werden. Die Lehrmittel, wie etwa Bücher, waren damals so wertvoll, dass sie in den Bibliotheken angekettet wurden.


Universitätsgründung in Marburg

Bild: Uniprofessor
Die ersten Professoren in Marburg lehrten Jura, Theologie, Medizin, Philosophie, Poesie und Geschichte.
 

Philipp der Großmütige gründete die weltweit erste evangelische Universität in Marburg. Sie öffnete am 30. Mai 1527 mit 104 Studenten ihre Pforten. Die feierliche Einweihung fand am 1. Juli statt. In ihr wurden Pfarrer, Juristen, Ärzte und Staatsdiener unabhängig von anderen Staaten und der katholischen Kirche ausgebildet.

Marburger Klöster, wie das Franziskaner- und das Dominikanerkloster, wurden aufgelöst und zu Studiengebäuden umgewandelt. Andere Klöster, wie die Klöster in Kaldern oder Hasungen, lieferten Gelder und Lebensmittel zum Unterhalt der Universität. Durch die Verstaatlichung kirchlichen Eigentums erhielt Landgraf Philipp die wirtschaftlichen Mittel, um seine Universität zu gründen und dauerhaft zu unterhalten.

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Vorteile einer eigenen evangelischen Hochschule

Bild: Universitätssiegel
Universitätssiegel, dessen Umschrift übersetzt heißt: Siegel der Marburger Schule, mit Philipp, dem um den Glauben und die Wissenschaften hochverdienten Herren Hessens, als Gründer.
 

Die ersten Reformatoren kamen noch aus dem außerhessischen Raum, wie Martin Bucer und Adam Krafft. Jetzt konnte die evangelische Kirche in Hessen auf selbst ausgebildete "Landeskinder" zurückgreifen. Das gleiche galt auch für Verwaltungsbeamte. Eine Katastrophe, wie sie durch den sächsischen Verwaltungsrat Otto von Pack
(Unabhängigkeit von Rom) 1528 ausgelöst wurde, sollte sich für Hessen nach Möglichkeit nicht wiederholen.


Zunächst wurden allerdings die Abschlüsse der Absolventen der Marburger Universität nicht im Deutschen Reich anerkannt. Erst 1541 erreichte Philipp, dass Kaiser Karl V. die Universität mit diesem Privileg ausstattete.

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Universität wurde nach dem Gründer benannt

Bis 1605 blieb die Universität Marburg die einzige hessische Universität. Als Landgraf Moritz den Kalvinismus einführte, gründete Hessen-Darmstadt mit lutherischen Professoren aus Marburg eine eigene Universität in Gießen. Sie wird 1624 nach der Besetzung Marburgs duch Hessen-Darmstadt mit der Marburger Universität zusammengeführt. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges verlegte Hessen-Darmstadt die Universität Marburg zurück nach Gießen, während Hessen-Kassel eine neue Universtität in Kassel gründete. Einige Jahre später wurde diese nach Marburg verlegt und verblieb dort unter wechselnden Namen. Den Namen "Philipps-Universität", den die Marburger Hochschule heute trägt, erhielt sie offiziell erst 1934.

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