Die "hohen Hospitäler" – früher und heute

Wie entwickelten sich die vier "hohen Hospitäler", die Landgraf Philipp von Hessen vor mehreren hundert Jahren gründete? Mit einem Maus-Klick auf die Namen der Hospitäler lässt sich erfahren, ob dort immer noch kranke Menschen Hilfe finden oder ob dort mittlerweile ganz andere Ideen verwirklicht werden. Spannend für Besucher: Einige Einrichtungen beherbergen Museen, die einen Einblick in die Geschichte der Psychiatrie geben.

Merxhausen
Haina
Gronau
Hofheim/Riedstadt
Bild: Hessenkarte Merxhausen Haina Gronau Hofheim/Riedstadt Legende Karte mit Hospitälern

Merxhausen

Bild: Kloster Merxhausen (heute)

Kloster Merxhausen

 

Gründung

Das abgelegene Kloster am Emsbach wurde 1213 als Augustiner-Chorherrenstift für den Heiligen Johannes den Täufer gegründet. Später lebten dort nur noch Nonnen. 1489 hob Landgraf Wilhelm II. das Kloster wegen Sittenlosigkeit auf und berief später reformierte Augustiner Chorherren in das Kloster. 1527 wurde es endgültig verstaatlicht.

Vom Kloster zum Hospital

1533 ließ Landgraf Philipp in dem Kloster ein Hospital für kranke und gebrechliche Frauen aus den umliegenden Landgemeinden einrichten.

Heute

Auf dem Gelände ist heute eine psychiatrische Klinik sowie eine heilpädagogische Einrichtung untergebracht. Eigene Abteilungen kümmern sich um suchtkranke Patientinnen und Patienten.

Kloster Merxhausen Online

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Haina

Bild: Kloster Haina (heute)

Kloster Haina

 

Gründung

Zisterziensermönche aus Altenberg bei Köln verlegten 1214 ihr Kloster in das obere Wohratal. Das tief im Wald gelegene Kloster besaß eine ausgedehnte Grundherrschaft mit Einzelbesitzungen weit außerhalb Hessens.

Vom Kloster zum Hospital

1533 ließ Landgraf Philipp in den Gebäuden ein Männerhospital einrichten. "Blinde, Lahme, Stumme, Taube, Wahnsinnige, Mondsichtige, Sinnverrückte, Missgestaltete, Aussätzige und dergleichen bresthaftigen armen Menschen" fanden dort ein Obdach.
Zunächst war das Hospital für 100 Hilfsbedürftige vorgesehen. Die Zahl der Patienten stieg aber bald auf das Dreifache an, so dass zusätzliche Gebäude errichtet wurden.

Anekdote: Vertreibung der Mönche aus Haina

Heute

Haina ist heute ein Zentrum für soziale Psychiatrie. Auf dem ehemaligen Klostergelände sind psychisch gestörte Rechtsbrecher in einer Klinik für forensische Psychiatrie untergebracht. Andere psychiatrische Krankheitsbilder und Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen werden in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt.
Besucher können das Psychiatrie-Museum, die Klosteranlage und das Tischbein-Haus-Museum besichtigen. Die aktuellen Öffnungszeiten und Termine für Führungen sind auf der Internetseite der Einrichtung abrufbar.

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Gronau

Bild: Klostergut Gronau (heute)

Klostergut Gronau

 

Gründung

Seit 1263 ist Gronau urkundlich als Kloster der Grafen von Katzenelnbogen bekannt. Bereits im 14. Jahrhundert hatte das Kloster Probleme, seine Besitzungen zu halten.

Vom Kloster zum Hospital

Landgraf Philipp richtete im 16. Jahrhundert in den Klostergebäuden ein Hospital für kranke Männer ein. Um den Betrieb zu finanzieren, mussten andere aufgehobene Klöster ihre Einkünfte an das Hospital abtreten. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Gebäude so stark zerstört, dass sie unbewohnbar wurden.

Heute

Das ehemalige Hospital Gronau ist das einzige, das heute keine kranken Menschen mehr beherbergt. Im "Freizeithaus Klostergut Gronau" sind heute Jugendgruppen, Vereine und Firmen willkommen. Das Haus wird für Tagungen, Ausstellungen, Freizeitfahrten, Seminare und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

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Hofheim / Riedstadt-Goddelau

Bild: Philippshospital (heute)

Philippshospital Riedstadt

 

Als Hospital gegründet

Die ehemalige wohlhabende Pfarrei Hofheim, die zu Goddelau gehörte, bestimmte Landgraf Philipp 1535 ebenfalls zu einem "Hohen Hospital". Er stattete Hofheim mit Stiftungsvermögen und einer Hospitalordnung aus. Darin heißt es, dass er ein neues Hospital "zur Erhaltung der armen, bedürftigen, gebrechlichen und kranken Leute ... Gott dem Allmächtigen zu Lob, Ehr und Preis" errichten wolle.

Ab 1821 arbeiteten auch Ärzte in dem Hospital, einer der ersten war der Vater des Schriftstellers Georg Büchner.

Heute

Der Name "Philippshospital" erinnert noch an seinen Gründer. In der Einrichtung ist auch ein Museum untergebracht, in dem vor allem medizinische Geräte aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt sind. Geöffnet ist mittwochs von 10 bis 14 Uhr. Um Voranmeldung wird gebeten: Telefon: 06158.1803.
Die Hauptfunktion des Hospitals nehmen jedoch die Ärzte, Therapeuten, Schwestern und Pfleger wahr: Sie betreuen psychisch kranke Menschen. Sie erhalten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Kinder- und Jugend- Psychiatrie, einer heilpädagogischen Einrichtung und in einem Wohn- und Pflegeheim Hilfe.

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