Innere Motivation

Bild: Philippstein
Philippstein von Philipp Soldan, 1542: Philipp der Großmütige und seine Ahnin, die heilige Elisabeth.
 

Landgraf Philipp gründete seine Hospitäler in der Tradition seiner Vorfahrin, der heiligen Elisabeth. Sie hatte im 13. Jahrhundert in Marburg ein Hospital errichtet und dort Arme und Kranke gepflegt. Was Elisabeth für die Menschen in der Stadt getan hatte, das wollte Philipp für die Bedürftigen auf dem Lande tun. Ihr Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft basierte jedoch auf unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen.

Philipp bekannte sich 1524 zur reformatorischen Lehre Luthers. Sie besagt, dass gute Werke keine Garantie für den Menschen sind, die Gnade Gottes zu empfangen. Allein im Glauben erfahre der Mensch die rettende Gerechtigkeit Gottes. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein evangelischer Gläubiger keine guten Taten vollbringen soll. Vielmehr entspringen die guten Werke aus dem Glauben an Gott. Der Mensch will die Liebe die er von Gott erfahren hat, weitergeben.

Nach mittelalterlicher, katholischer Auffassung, der Elisabeth anhing, konnte der Mensch jedoch durch Spenden, Gebete und gute Taten, die Gnade Gottes erwerben und so der drohenden Hölle entrinnen. Mit guten Werken wollte man sich den Segen Gottes verdienen und so die ewige Seligkeit erlangen.

Der Philippstein von 1542, ein Relief in der Hospitalkirche zu Haina, erinnert an die Tradition der Nächstenliebe, durch die sich Philipp mit der heiligen Elisabeth verbunden sah und an die Vertreibung der Mönche aus dem ehemaligen Kloster Haina.

Anekdote: Die vertriebenen Mönche

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